Die Palantir-Alternative aus der Schweiz.
Die direkte Antwort: Ja, es gibt eine Schweizer Alternative zu Palantir. Ithildin (Ithildin, Bern) betreibt dieselbe Klasse von Fähigkeiten — Analyse-Graph, Daten-Ontologie, souveräne KI — vollständig auf der Infrastruktur des Kunden: On-Premise als Standard, Air-Gap unterstützt, keine US-domizilierten Subprozessoren, kein US CLOUD Act, kein FISA 702. Palantir liefert typischerweise über die eigene Plattform und Cloud aus; Ithildin ist auf vollständige Datensouveränität auf kundeneigener Infrastruktur ausgelegt. Der Kontext dazu ist öffentlich: Schweizer Bundesstellen haben Palantir über rund sieben Jahre mindestens neun Mal eine Absage erteilt — einen Bundesvertrag gab es nie. Diese Seite vergleicht die europäischen Alternativen, dokumentiert den Schweizer Rekord mit Primärquellen und nennt ehrlich die Fälle, in denen Palantir die bessere Wahl bleibt.
Welche europäischen Alternativen zu Palantir gibt es?
Fünf Anbieter, fünf Profile. Nur einer ist in der Schweiz domiziliert und liefert die Software auf die Infrastruktur des Kunden — und eine der fünf Optionen ist Infrastruktur, keine Analyseplattform.
| Anbieter | Sitz & Jurisdiktion | Kategorie | Souveränitätsmodell | Öffentlicher Nachweis |
|---|---|---|---|---|
| Ithildin | Bern, Schweiz (Ithildin) | Analyse-Graph, Daten-Ontologie, souveräne KI, Edge-Sensorik — 15 Plattformen, ein Betriebssystem | Läuft auf der Infrastruktur des Kunden; On-Premise Standard, Air-Gap unterstützt; keine US-domizilierten Subprozessoren | Trust-Posture · Plattformen |
| ChapsVision Argonos | Suresnes, Frankreich | Daten- und Agentic-AI-Analyseplattform für staatliche («régalien») Missionen | Souveräne europäische KI als Kernversprechen (ChapsVision); ~1'000 Mitarbeitende, ~EUR 200 Mio. Umsatz 2024 | Vom deutschen Verfassungsschutz (BfV) Palantir vorgezogen; von der französischen DGSI genutzt (heise, 13.05.2026) |
| DataWalk | Wroclaw, Polen + Redwood City, USA (Doppelstruktur) | Link-Analyse und Graph-Analytik für Ermittlungsbehörden | Positioniert sich selbst als «The Palantir® Alternative» zu tieferen Nettokosten (DataWalk) | Eigene Vergleichsseite gegen Palantir Gotham (Unternehmensangaben) |
| Hume (GraphAware; Übernahme durch Neo4j angekündigt) | Übernahme durch Neo4j am 3. Juni 2026 angekündigt, Abschluss für Q3 2026 erwartet (vorbehaltlich Genehmigung) (GraphAware) | Graph-gestützte Intelligence-Analyse auf Neo4j für Polizei, nationale Sicherheit, Finanzbehörden | Deployment-Modell projektabhängig; nach Vollzug der Übernahme ein Stack, ein Anbieter | Produktseite mit Übernahme-Hinweis |
| Swisscom Swiss AI Platform | Schweiz | Andere Kategorie: KI-Infrastruktur (GPU-as-a-Service, NVIDIA SuperPOD), keine Analyseplattform der Palantir-Klasse | Daten werden garantiert in der Schweiz gespeichert und verarbeitet (Swisscom, 28.11.2024) | Lanciert am 28. November 2024; Nachfrage primär aus Finanz- und öffentlichem Sektor |
Einordnung: ChapsVision und DataWalk sind ernstzunehmende europäische Optionen mit eigenem Behörden-Fussabdruck — aber keine ist in der Schweiz domiziliert. Die Swisscom-Plattform löst ein anderes Problem (souveräne Rechenleistung), nicht die Analyse-, Ontologie- und Investigationsebene. Ithildin ist die Option, bei der Schweizer Domizil, Schweizer Recht und der Betrieb auf kundeneigener Infrastruktur zusammenkommen — inklusive Air-Gap-Betrieb mit signierten Updates über eine Datendiode.
Welches Ithildin-Produkt entspricht welchem Palantir-Produkt?
Gleiche Fähigkeitsklasse, anderes Betriebsmodell: Alles läuft auf Ihrer Infrastruktur, unter Ihren Schlüsseln, unter Schweizer Recht.
Vanguard
AktivLink-Analyse und Investigations-Graph: SIGINT, OSINT und HUMINT in einem gemeinsamen Analysten-Graphen fusionieren, Beziehungen Hop für Hop erweitern, kürzeste Pfade und Zentralität ranken, den sichtbaren Subgraphen als Beweismittel exportieren.
Core
AktivDie Unternehmens-Ontologie: ERP, CRM, SCADA und Sensordaten auf eine gemeinsame Objekt- und Aktionsebene abbilden. Vanguard und Enigma lesen dieselbe Ontologie — ein Modell der Wirklichkeit statt vieler Silos.
Enigma / SovLLM
AktivSouveräne KI-Agenten in Ihrem Netzwerk: die Alltagsleistung von Claude oder ChatGPT für Ihr Team, gehostet auf Schweizer Boden unter dem DSG, jeder Prompt protokolliert und in Ihrem Besitz. Betreibt Open-Weight- und lizenzierte Modelle, einschliesslich des Schweizer Apertus. Kein Prompt verlässt den Perimeter.
Canvas
AktivOperative Anwendungen direkt auf der Ontologie bauen — ohne Code. Formulare, Dashboards und Workflows, die dieselben Objekte lesen und schreiben wie die Analysten.
Fortress
PipelineContinuous Delivery in verbundene, getrennte und Air-Gap-Umgebungen: signierte Releases, ausgeliefert über eine Einweg-Datendiode. In der Plattform-Pipeline — noch nicht allgemein verfügbar.
Alpine · Aegis · Argent
AktivEdge-KI auf kundeneigenen Sensoren (nur Privatgelände, keine Gesichtserkennung), Angriffsflächen-Scans aus Schweizer Infrastruktur und der Schweizer Steuer- und Compliance-Copilot für alle 26 Kantone — indikative Schätzungen, keine Steuerberatung.
Wie hat die Schweiz bisher über Palantir entschieden?
Präzision zuerst: Die Schweiz hat keinen Palantir-Vertrag «gekündigt» — es gab nie einen Bundesvertrag. Der dokumentierte Rekord ist eine Serie von Absagen.
Die Recherche «Wie hartnäckig Palantir die Schweiz umwarb» (Republik, 8. Dezember 2025) dokumentiert die Einzelfälle: Das BAG verzichtete 2021 — interne Protokolle zeigen, dass dessen Kommunikationsabteilung verlangte, den Palantir-Einsatz infrage zu stellen; die genaue Begründung ist in den herausgegebenen Dokumenten geschwärzt. Die Geldwäscherei-Meldestelle MROS kam 2022 mangels Rechtsgrundlage zum Schluss, ein Einsatz wäre wahrscheinlich unzulässig, und armasuisse sowie die Armee prüften und verzichteten. Ein rund 20-seitiger interner Evaluationsbericht des Armeestabs vom Dezember 2024, adressiert an den Armeechef, hielt fest (zitiert nach netzpolitik.org):
«Palantir ist ein Unternehmen mit Sitz in den USA, bei dem die Möglichkeit besteht, dass sensible Daten durch die amerikanische Regierung und Geheimdienste eingesehen werden können.»
Der Bericht empfahl, Alternativen zu Palantir zu prüfen. Diese Berichterstattung ist gerichtlich getestet: Palantir verlangte Gegendarstellungen, das Handelsgericht Zürich entschied am 4. Juni 2026 bei 22 von 23 Begehren zugunsten der Republik. Auch SWI swissinfo.ch hält fest, dass Bundesstellen und Armee eine Zusammenarbeit bislang gescheut haben — und zitiert einen Palantir-Manager mit den Worten, man habe die Produkte verschiedenen Behörden angeboten, «bislang ohne Erfolg».
Der Blick nach Deutschland zeigt dieselbe Richtung: Das Bundesamt für Verfassungsschutz entschied sich 2026 für die europäische Plattform ArgonOS von ChapsVision statt Palantir — ausdrücklich als Entscheidung für digitale Souveränität. BfV-Präsident Sinan Selen betonte laut heise online (13.05.2026), für die Sicherheit sei es entscheidend, geostrategisch richtige Entscheidungen zu treffen und den europäischen Fokus zu schärfen.
Was bedeutet der US CLOUD Act für Schweizer Daten?
Der Kern der Souveränitätsfrage ist kein Rechenzentrums-Standort, sondern Jurisdiktion über den Anbieter.
Der US CLOUD Act (18 U.S.C. § 2713, 2018) verpflichtet Anbieter unter US-Jurisdiktion, Kommunikationsinhalte und Kundendaten in ihrem Besitz oder unter ihrer Kontrolle zu sichern und herauszugeben — im Gesetzestext ausdrücklich «regardless of whether such communication, record, or other information is located within or outside of the United States». Ein Schweizer Rechenzentrum eines US-Anbieters ändert an dieser Reichweite nichts. Dazu kommt FISA Section 702 (50 U.S.C. § 1881a): Attorney General und Director of National Intelligence können für bis zu ein Jahr die Überwachung von Personen ausserhalb der USA autorisieren und US-Anbieter zur Mithilfe verpflichten. Genau dieses strukturelle Risiko benannte der Schweizer Armeebericht — laut netzpolitik.org kamen die militärischen Experten zum Schluss, ein Abfluss von Daten aus den Palantir-Systemen könne technisch nicht verhindert werden.
Die Schweiz selbst steht rechtlich gut da: Sie verfügt über einen EU-Angemessenheitsbeschluss, den die Europäische Kommission in ihrem Überprüfungsbericht vom 15. Januar 2024 — auch unter dem revidierten DSG — bestätigt hat. Personendaten fliessen ohne zusätzliche Garantien zwischen EU/EWR und der Schweiz. Ithildins Antwort auf die Jurisdiktionsfrage ist architektonisch: Die Software läuft auf der Infrastruktur des Kunden, unter Schweizer Recht, ohne US-domizilierte Subprozessoren; für regulierte Workloads werden ausschliesslich Schweizer Hosting-Partner (Infomaniak, Exoscale) oder kundeneigene Systeme genutzt — nie US-Hyperscaler. Wichtig bleibt die eigene Einschränkung des Hauses: Ithildin reduziert Risiken und hält Daten unter Schweizer Recht — es beansprucht keine Immunität gegenüber jedem rechtlichen Verfahren.
Wann ist Palantir die bessere Wahl?
Ein ehrlicher Vergleich nennt auch die Fälle, in denen der Incumbent gewinnt. Es gibt sie.
Palantir ist ein aussergewöhnlich fähiges Unternehmen mit echten, dokumentierten Stärken. Wer in klassifizierten US-Netzwerken arbeitet, findet dort ein Autorisierungsprofil, das kaum ein anderer Anbieter vorweist: FedRAMP High Baseline für den Palantir Federal Cloud Service seit dem 3. Dezember 2024 — über das gesamte Produktportfolio (AIP, Apollo, Foundry, Gotham, FedStart, Mission Manager) — aufbauend auf früheren FedRAMP-Moderate- sowie DoD-IL5- und IL6-Autorisierungen. Wer FedRAMP oder Impact-Level-6-Konformität zwingend braucht, hat mit Palantir die etablierte Route. Dasselbe gilt für Programme im Milliardenmassstab: Palantirs eigene Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2020 zeigen einen durchschnittlichen Umsatz von 7,9 Mio. USD pro Kunde und allein im vierten Quartal 2020 21 Verträge mit je mindestens 5 Mio. USD Gesamtvolumen — eine Organisation, die auf solche Programmgrössen und die dazugehörige Forward-Deployed-Maschinerie eingespielt ist. Für US-Bundesbehörden, für Betreiber in US-Klassifikationsumgebungen und für Programme dieser Grössenordnung ist Palantir oft die sachlich richtige Wahl.
Die Gegenfrage ist ebenso sachlich: Wer Schweizer Jurisdiktion, Betrieb auf eigener Infrastruktur, ISG-Klassifikationsstufen (INTERN / VERTRAULICH / GEHEIM) nativ im System und transparente CHF-Preise braucht, hat mit einem US-domizilierten Anbieter ein strukturelles Problem, das kein Vertragszusatz vollständig löst — die Einschätzung des Schweizer Armeeberichts, oben zitiert. Für diesen Fall ist Ithildin gebaut.
Häufige Fragen
Gibt es eine Schweizer Alternative zu Palantir?
Ja. Ithildin (Bern) betreibt dieselbe Klasse von Fähigkeiten — Analyse-Graph, Daten-Ontologie, souveräne KI — vollständig auf der Infrastruktur des Kunden, unter Schweizer Jurisdiktion und ohne US-domizilierte Subprozessoren. Daneben existieren europäische Alternativen mit anderem Profil: ChapsVision Argonos (Frankreich), DataWalk (Polen/USA) und Hume von GraphAware, dessen Übernahme durch Neo4j im Juni 2026 angekündigt wurde (Abschluss Q3 2026 erwartet). Die Swisscom Swiss AI Platform ist souveräne KI-Infrastruktur, aber keine Analyseplattform der Palantir-Klasse.
Was bedeutet der US CLOUD Act für Schweizer Daten?
Der US CLOUD Act (18 U.S.C. § 2713) verpflichtet Anbieter unter US-Jurisdiktion, Daten in ihrem Besitz oder unter ihrer Kontrolle herauszugeben — unabhängig davon, ob die Daten innerhalb oder ausserhalb der USA gespeichert sind. Ein Schweizer Rechenzentrum eines US-Anbieters schützt davor nicht. FISA Section 702 (50 U.S.C. § 1881a) erlaubt zusätzlich die Anordnung von Überwachungsmassnahmen gegen Personen ausserhalb der USA mit erzwungener Mithilfe der Anbieter. Ithildin reduziert dieses Risiko strukturell: Die Software läuft auf der Infrastruktur des Kunden unter Schweizer Recht — beansprucht aber keine Immunität gegenüber jedem rechtlichen Verfahren.
Was kostet Ithildin?
Die Self-Service-Produkte haben öffentliche CHF-Preise (exkl. MWST): SovLLM Solo CHF 13/Monat; SovLLM Team CHF 15 pro Platz/Monat (min. 2 Plätze); SovLLM Business CHF 75 pro Platz/Monat (min. 5 Plätze); Argent Solo CHF 29/Monat; Argent Business CHF 52/Monat. Die Self-Service-Pläne liegen rund ein Drittel unter den internationalen Anbietern. Bezahlt wird über Karten, TWINT und PostFinance sowie non-custodial Krypto via Coinow. Kündigung jederzeit; bezahlte Laufzeiten bleiben aktiv.
Regulierte Enterprise-Plattformen (Vanguard, Core, Alpine, Aegis, Clearwater) werden per Briefing und Vertrag lizenziert — deployt mit den Schlüsseln und auf der Infrastruktur des Kunden, ohne öffentlichen Listenpreis. Alle Details: Pricing.
Hat die Schweiz einen Palantir-Vertrag gekündigt?
Nein — diese verbreitete Formulierung ist unpräzis. Es gab nie einen Vertrag zwischen Palantir und einer Schweizer Bundesstelle, der hätte gekündigt werden können. Der dokumentierte Rekord ist eine Serie von Absagen: mindestens neun über rund sieben Jahre, zuletzt die interne Armee-Evaluation vom Dezember 2024, die Alternativen empfahl (netzpolitik.org). Auch swissinfo bestätigt: Ein Abschluss kam nie zustande.
Läuft Ithildin auch komplett offline (Air-Gap)?
Ja. Ithildin ist dafür gebaut, in vollständig getrennten Schweizer Standorten zu laufen. Updates werden signiert, paketiert und über eine Einweg-Datendiode ausgeliefert (Ithildin Fortress, in der Pipeline). On-Premise ist der Standard; Schweizer Klassifikationsstufen nach ISG (INTERN / VERTRAULICH / GEHEIM) werden nativ unterstützt und propagieren durch die Ontologie. Details: Trust.
Souveränität ist eine Architekturentscheidung.
Self-Service-Produkte sind heute mit transparenten CHF-Preisen buchbar. Für Vanguard, Core und die regulierten Plattformen: Briefing anfragen — wir antworten innert zweier Schweizer Arbeitstage.